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Frank P. - Meine Laufberichte






28.09.2003 - Berlin-Marathon

Nachdem mich die Tage vor dem Marathon noch eine Oberschenkelzerrung plagte, was ich in meinem Läuferleben bisher noch gar nicht kannte und mich dazu veranlasste, das Training eine Woche vor dem Marathon völlig aus zu setzen, war ich mir völlig unsicher, ob meine ursprüngliche Zielsetzung, auf persönliche Bestzeit an zu gehen, überhaupt realisierbar sein würde.
So bin ich also in das Rennen gegangen, darauf gefasst, dass die Zerrung jederzeit wieder aufbrechen könnte und mich zum langsam laufen zwingen würde und alle Bestzeitambitionen zerplatzen lassen würde.

Vor dem Start war dann auch noch ein Chaos zu überwinden, welches einen heftigen Adrenalinausstoß bei mir hervor brachte: Da ich am Dixi 20 Minuten warten musste, blieben mir nur noch 10 Minuten zum Start, die eigentlich im Dauerlauf kein Problem gewesen wären, wenn man überhaupt voran gekommen wäre. So verstrich Minute um Minute. Drei Minuten vor dem Startschuss war ich am Ende des Startfeldes. Aber anstatt zügig seitlich am Startfeld vorbei rennen zu können, um zu meinen Block D zu kommen, wurde ich noch ständig gestoppt von Schlangen, die an weiteren Dixis standen oder von anderen menschlichen Hindernissen. Teilweise durchs Gebüsch laufend gelang es mir wenigstens, auf der Höhe von Block D zu sein, als der Startschuss fiel. Da ich nirgendwo einen Eingang zu meinem Block sah, kletterte ich einfach über die Barriere und lief mit der Menge los.

Etwa 30 Meter vor mir sah ich das riesige Transparent, welches J.R. trug und auf dem hinten stand: „Mitglied vom ForumTeam“. An J.R. wollte ich mich dann erst mal orientieren, weil ich davon ausging, dass er, so lange er das schwere Transparent tragen würde, in etwa auch mein Tempo laufen würde. So schlängelte ich mich durch, bis ich neben J.R. lief, der natürlich ständig von wildfremden Menschen angefeuert wurde. Etwa bei km 1 sprach mich aufgrund meines ForumTeam-Singlets Harald Stadtmüller an, der im Forum immer so qualifizierte Trainingstipps gibt.


BM 2003
Zeitungsausschnitt BZ 29.09.03: Frank P. läuft rechts neben Jörg aka J.R. (etwas verdeckt)



Nachdem J.R. sein Schild nach ca. 1 km weg geworfen hatte, liefen wir trotzdem noch weiter zusammen. Da das Feld noch dicht zusammen war, konnten wir ohnehin das Tempo noch nicht richtig forcieren, was ich ja ohnehin nicht wollte. Ich hatte mir nämlich vorgenommen, möglichst exakt 4:35 pro km zu laufen, vielleicht abgesehen von den ersten drei bis fünf km, wo aufgrund der Enge ein solches Tempo noch gar nicht möglich war.

Mich selbst beunruhigte es noch gar nicht, dass wir auf den ersten km doch mehr Zeit verloren hatten als gedacht, da ich mir ausrechnete, dass es zu einer Zeit unter 3:14:58 immer noch reichen würde, wenn ich von nun an konsequent 4:35 pro km laufen würde.
J.R. würde allerdings weit schnellere Splits laufen müssen, um sein Ziel, zumindest 3:10 zu laufen, noch schaffen zu können. Bei km 7,5 ließen wir uns von marinus fotografieren, nach dem wir immer Ausschau hielten, bis wir ihn schließlich sahen:

BM 2003



Nach etwa 10 km forcierte J.R. dann schließlich sein Tempo, da er ja ehrgeizigere Ziele hatte, während ich meinen 4:35er Schnitt weiter lief. J.R. meinte noch zu Abschied, dass wir uns ja vielleicht ja noch vor dem Ziel wieder treffen werden. Dass er recht behalten würde, hätte ich in dem Augenblick nicht für möglich gehalten.

Es war sehr angenehm, das erste Viertel nicht allein zu laufen, aber das zweite und dritte Viertel war auch gut. Ich bin da ziemlich gleichmäßig mein Tempo durch gelaufen.
Komisch war es, auf den altbekannten Teilstrecken zu laufen und sich dort jeweils besser zu fühlen als dort in den vergangenen Jahren, da man ja dieses Jahr dort noch nicht bereits so viele km hinter sich hatte.
Auf der Gneisenaustr. (oder war es schon die Yorckstr.?) überholte ich einen ForumTeam-Singlet-Träger, der sich als miksun vorstellte. In der Grunewaldstr. stand Archies Frau Inge anfeuernd unter den Zuschauern.
Richtig schön war es wieder, am GöGa-Fori-Stand vorbei zu laufen, wo Mary, Lola, fremtid und marinus fotografierten und abklatschten:


BM 2003

BM 2003

BM 2003



Zwischen wildem Eber und Roseneck sah ich plötzlich überraschenderweise ein ForumTeam-Schild, unter welchem Ypsilon stand.
Herzlichen Dank an euch für die Anfeuerungen!

Etwa ab km 30 wurde das Rennen langsam härter, aber es war nicht so schlimm, dass ich mein Tempo hätte drosseln müssen. Einigermaßen fit über den Ku´damm zu laufen war eine neue BM-Erfahrung für mich.
Ab dem Wittenbergplatz wurde es spannend, weil neues Terrain zu laufen war und die 35km-Marke erreicht war. Ich fühlte mich im Grunde noch genau so, wie bei km30. Um nicht nach km 40 Schwierigkeiten zu bekommen, reduzierte ich mein Tempo sicherheitshalber ganz geringfügig, so, dass es genau zu einer Endzeit von 3:14:50 rechnerisch kommen würde.
Bei km 39 fühlte ich mich immer noch gut, als mir jemand auf die Schulter klopfte und sagte: „Super Rennen!“ Es war Knally, der dabei gleichzeitig an mir leicht vorbei zog. „Selber super Rennen“, antwortete ich. Beim Verpflegungspunkt km 40 verlor Knally allerdings Zeit, und ich lief mein Tempo weiter ohne meinen Blick nach hinten zu richten, sondern nur nach vorn, wo ich wiederum ein ForumTeam-Singlet ausmachte: Ich traute meinen Augen zunächst nicht, aber die Person, die dieses ForumTeam-Singlet trug, hatte eindeutig eine weibliche Figur. Sabinchen war es jedenfalls nicht, dazu passte die Figur nicht und außerdem waren die Haare zu blond, also konnte es nur Frieda Harms sein. Frieda auf 3:15-Kurs! Alle Achtung!

Zwischen km 40 und 41, also Unter den Linden, Höhe Humboldt-Uni, lief ich dann eine ganz kurze Weile neben Frieda. Weil ich mich aber immer noch gut fühlte, forcierte ich noch einmal das Tempo und zog ab. Und wieder sah ich vor mir einen guten Bekannten: J.R., der wohl doch noch zum Schluss gewisse Schwierigkeiten bekommen hatte. Auch an J.R. zog ich noch vorbei, nicht ohne ihm einen Klaps gegeben zu haben.
Nun hatte ich nur noch das Brandenburger Tor vor mir und die Ziellinie, und ich fühlte mich immer besser. Es war ein wunderbares Gefühl. Ich gab noch mal alles und sprintete über die Ziellinie, beide Arme hoch reißend. 3:14:19 war meine handgestoppte Zeit, fast 40 Sekunden unter meiner bisherigen Bestmarke. Unglaublich!


BM 2003



Offiziell war dann meine Nettozeit 3:14:16, d.h., ich habe meine PB um glatte 42 Sekunden verbessert. Kurioserweise hat Paul Tergat im selben Lauf zuvor den Weltrekord um 43 Sekunden verbessert.

Haile von der Meile, der mich letztes Jahr überholt hatte, musste ich wohl auch noch vor dem Ziel überholt haben. Er sprach mich unmittelbar nach der Ziellinie an. Frieda traf ich dann im Zielbereich auch noch, die natürlich überglücklich war, sowie Knally. Leider habe ich J.R. nicht mehr ausfindig machen können.

Die Massage bei den Knetmäuschen war diesmal besonders entspannend.
Wie schön, dass die Oberschenkelzerrung während des Rennens nicht wieder aufbrach!
Später lungerten noch einige Foris bei herrlichem Wetter auf der Reichstagswiese herum.

Ein wunderbarer Lauf! Die neue Strecke hat mir sehr gefallen, gerade das Ende.
Die Verpflegung war dieses Jahr sehr gut. An den Verpflegungspunkten gab es erfreulicherweise nicht nur Tee, sondern meist auch Gatorade. Nur kaltes Wasser zu trinken verträgt nämlich mein Magen nicht. So viele Bananen wie dieses Jahr habe ich noch nie während eines Marathons verspeist. Ca. vier Stück dürften es gewesen sein.

Ein wunderbarer Lauf und ein herrliches Wochenende!




Es war übrigens mein 15. Berlin-Marathon! Vier Monate später erhielt ich gesondert dafür eine von Horst Milde unterschriebene Urkunde:


Urkunde 15 x BM












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