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Frank P. - Meine Laufberichte






13.06.2004 - Potsdamer Schlösser-HM

Am 13.06.2004 fand die erste Auflage des Potsdamer Schlösser-Marathons statt. Angeboten wurde auch ein Halbmarathon. Es gab eine Rundstrecke, welche die HM-Läufer zweimal und die Marathon-Läufer viermal zu durchlaufen hatten. Start war neben dem Neuen Palais und Ziel war am Brandenburger Tor.

Ich bin zusammen mit Marathonjez los gelaufen, den ich endlich persönlich kennen lernte. Unsere Durchgangszeit beim km5-Schild betrug etwa 21:20 Minuten, so dass wir danach also auf Kurs waren für unser Ziel Sub1:30, jedoch keinesfalls langsamer werden durften. So kann es sein, dass wir nachher das Tempo etwas verschärften, was für mich aber fast ein Tick zu schnell war, was mir nach einigen Kilometern klar wurde. Dennoch wollte ich das Ziel Sub1:30 keinesfalls aufgeben. So war ich denn auch froh, dass meine Uhr beim km10-Schild eine 41er Zeit anzeigte, bot es mir doch Gelegenheit, etwas Tempo raus zu nehmen, was aus meiner Sicht auch gut war. Marathonjez, der offenbar in einer Super-Form ist, ließ ich also ziehen. Ich konnte ihn noch lange sehen, aber der Abstand wurde kontinuierlich etwas größer, bis ich ihn irgendwann gar nicht mehr sehen konnte.

Überhaupt habe ich auf der zweiten Hälfte des HM nur noch 2-3 Läufer vor mir gesehen, die dann aber auch gut 100 Meter von mir entfernt waren, während hinter mir gar nichts los war. So kam ich mir ein wenig verloren vor, und da es auch wenig Zuschauer gab, manchmal über Kilometer gar niemand, motivierte das nicht gerade. Dort wurde mir so richtig klar, wie sehr ich die Zuschauer brauche, gerade dann, wenn man am Limit läuft. Wenn dann mal ein Einzelner da stand und kräftig applaudiert hat, war das wie Balsam. Als dann das km15-Schild kam und die Uhr mir eine 1:06er Zeit anzeigte, konnte ich es kaum fassen: War ich denn derart eingebrochen auf den letzen 5 km? Dass ich etwas langsamer geworden bin, war mir klar, aber so extrem? Ich fragte mich, was denn mit mir los war, schließlich hatte ich doch fleißig trainiert und die Wettkämpfe an den letzten beiden Wochenenden am SEZ und bei der Lichtenrader Meile recht gut bewältigt. Habe ich die letzte Woche zu viel trainiert oder werde ich langsam alt? Jedenfalls konnte ich mir die Sub1:30 bei der Zwischenzeit abschminken, zumal ich wirklich nicht mehr frisch war, um noch mal richtig Gas zu geben.

So nahm ich dann frustriert wohl eher noch etwas Tempo heraus. Dann plötzlich die Überraschung beim 40km-Schild, das zwar für die Marathonis aufgestellt war, aber für mich der Hinweis war, dass nur noch 2,2 km zu laufen waren: 1:20 und einige Sekunden stand auf meiner Uhr. Wie das? Die Antwort: Eines der beiden letzten Schilder muss vollkommen falsch gestanden haben. Jedenfalls setzte dieses 40km-Schild noch mal Kräfte bei mir frei. Ich lief die letzen 2,2 km, was das Zeug hielt, in der Hoffnung, dass es vielleicht doch noch zu einer Zeit unter 1:30 reichen könnte. Im Ziel stoppte ich eine 1:27:51. Kann denn das wahr sein?

Marathonjez traf ich dann auch gleich, so dass wir uns gegenseitig gratulieren konnten, aber auch unsere Zweifel äußerten, ob die Streckenlänge auch wirklich stimmen würde. Jedenfalls war uns klar, dass die km-Schilder völlig falsch standen, vor allen Dingen das km15-Schild.

Laut Soforturkunde und ausgehangener Ergebnisliste bin ich 7. AK und 18. insgesamt geworden. Marathonjez wird etwa fünf Gesamtplätze vor mir platziert gewesen sein.

Die erste Hälfte mit Marathonjez zusammen zu laufen, hat Spaß gemacht, und es hat mich gefreut, ihn endlich mal persönlich kennen zu lernen.

Das größte Ärgernis einer ansonsten gut organisierten Veranstaltung waren die km-Schilder, die es nur alle fünf km gab und da auch noch wohl allesamt falsch standen. Da km-Schilder für mich eine wichtige Orientierung bedeuten und Voraussetzung für eine gelungene Veranstaltung sind, kann ich aus meiner Sicht nicht von einer voll gelungenen Veranstaltung sprechen.
Ich hätte bei einer gleichmäßigeren Renneinteilung möglicherweise ein noch besseres Ergebnis heraus holen können und hätte mir vor allen Dingen zwischendurch viel Frust erspart. Wahrscheinlich bin ich aber auch gar nicht so ungleichmäßig gelaufen, und es kam mir nur so vor wegen der falschen km-Schilder.
Na ja, am Ende steht eine 1:27:51 auf der Urkunde, aber als einer der schönsten HMs wird der Lauf mir nicht in Erinnerung bleiben.


Lola rennt aka Barbara hat Fotos gemacht!













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