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Frank P. - Meine Laufberichte






08.05.2005 - Düsseldorf-Marathon

Mein lange zuvor erklärtes Ziel war ja, da ich im Moment sowieso (noch) nicht in der Form bin, eine PB aufzustellen, nicht ganz am Limit zu laufen, aber dennoch unter 3:30 Std. zu bleiben, sofern es keine Hitzeschlacht in Düsseldorf geben würde. Nun ja, von Hitzeschlacht konnte keine Rede sein, trotz der späten Startzeit von 10:30 Uhr. Die Temperaturen waren für meinen Geschmack ideal, allerdings wünschte ich mir auch noch trockenes Wetter.

Im Gegensatz zu IGEL, windshopper und aragorn sowie Joszef, die weiter hinten im Starterfeld blieben, ging ich weiter nach vorn, bis ich den Pacer mit blauem Luftballon für 3:30 sah. Da das ja auch meine Zielzeit war, lief ich in nicht weit von ihm los. Zum Startschuss wurde Robert Schumanns „Rheinische“ gespielt, was mein Ohrwurm für die nächsten Kilometer war. Der Pacer lief ein gleichmäßiges 5er Tempo, weshalb ich auch die weiteren Kilometer in seiner Nähe blieb.

Zwischen km 8 und 9 schloss mliermann (Manfred) zu mir auf, der für die nächsten fast 30 km mein Begleiter sein sollte. Manfred stand viel weiter hinten im Startfeld, aber hatte sich nun zum 3:30-Pacer vorgekämpft. Da wir beide die gleiche Zielsetzung hatten, liefen wir also fortan gemeinsam hinter dem Pacer her, der nun aber etwas schnellere Splits vorlegte, eher so um die 4:55. Manfred stoppte auf seiner Uhr bei jedem Kilometer die Splits und sagte sie mir an, so dass ich gar nicht mehr selbst rechnen musste (meine Tchibo-Uhr hat keine Split-Funktion). überhaupt war das Laufen mit Manfred mir ein Vergnügen. Er übernahm teilweise auch die Funktion eines Fremdenführers und wies mich auf einige Sehenswürdigkeiten hin, wie z.B. das Eisstadion an der Bremer Str., der Landtag, der Sitz des Ministerpräsidenten, etc. Vielen Dank, Manfred!

Mit dem Wetter hatten wir großes Glück beim Lauf. Abgesehen von einem kleinen kurzen Schauer auf der ersten Marathonhälfte und einem etwas größeren bei km 33 blieb es trocken und war teilweise richtig sonnig. Aprilwetter im Mai!

Etwa bei km 34 oder 35 lösten wir uns etwas von dem Pacer, nachdem die Splits nun doch knapp über 5:00 lagen. Allerdings hatte er auch ein gewisses Zeitpolster herausgelaufen, so dass er ruhig etwas langsamer laufen konnte, während wir beide jedoch unser Tempo halten wollten. Für Manfred war sogar eine PB noch drin, aber sein Oberschenkel machte sich doch mehr und mehr bemerkbar. Zwischen km 36 und 37 meinte Manfred, ich solle ruhig zulaufen. Dennoch blieben wir noch etwa einen km zusammen, denn nennenswert langsamer wurde Manfred gar nicht.
Beim letzten Verpflegungspunkt zwischen km 37 und 38 ließ sich Manfred allerdings etwa mehr Zeit als sonst. Nachdem ich mein im Laufen gegriffenes Getränk ausgetrunken hatte und mich umschaute, stand Manfred noch am Verpflegungsstand, und es waren schon ein paar hundert Meter Abstand zwischen uns, so dass ich also allein weiter lief. Mir war klar, dass die letzten vier Kilometer kein Problem mehr für mich darstellen würden, was mich beflügelte. Die tolle Stimmung zu Beginn der Oberkasseler Brücke tat ihr übriges. Kurz danach ist dieses schöne Bild weiter oben entstanden, das Cameron (Uli) von mir auf der Brücke gemacht hat.

Obwohl mir Sub 3:30 sicher war, biss ich und forcierte auf den letzen Kilometern noch einmal das Tempo, weil es mir einfach Spaß gemacht hat, und lief 4:40er Splits.
Da das Feld sehr auseinander gezogen war, wurde ich teilweise persönlich angefeuert!
Bestens gelaunt passierte ich schließlich leicht euphorisiert mit einem kleinen Sprint die Ziellinie!

Mein 20. Marathon war ein wirklich schöner Marathon. Diesmal war ich auch gar nicht so kaputt wie sonst, wie ich es mir ja auch erhofft hatte.

Um mich nicht zu erkälten bin ich dann trotz des Sonnenscheins recht zügig zur Kleidersackrückgabe gegangen, wo sich meine gute Laune allerdings weitgehend verflüchtigen sollte. Rund eine halbe Stunde musste ich warten, bis endlich mein Kleidersack gefunden wurde. In dieser Zeit verschlechterte sich das Wetter dramatisch. Es wurde kälter und fing ganz langsam an zu regnen. Ich stand immer noch an dem Tisch vor der Kleidersackrückgabe und bibberte. Auch klapperten meine Zähne. Als endlich mein Kleidersack in dem Chaos gefunden und mir übergeben wurde, konnte ich gerade noch zum Bierstand flüchten, wo ich mich mit Hundert anderen Läufern halbwegs unterstellen konnte und mich so vor dem heftigen Hagelschauer schützen konnte. So unangenehm die Situation für mich war, so mehr bedauerte ich aber jene Läufer/innen, die in dem Augenblick noch auf der Strecke waren.

Herzlichen Glückwunsch den Finishern, besonders dem Ehepaar Liermann sowie Eva! Manfred danke ich für die angenehme Begleitung über fast dreiviertel des Rennens! Bei Race-Director Jan Winschermann hatte ich am Vortag Gelegenheit, mich persönlich für den Freistart zu bedanken. Abgesehen von den beschriebenen organisatorischen Mängeln war es eine IMHO gelungene Veranstaltung, die man durchaus weiter empfehlen kann.

Besonderer Dank gilt Cameron für die Gastfreundschaft und den Support. Seine tollen Bilder habe ich Lola geschickt. Dort findet Ihr den Lauf bebildert dokumentiert und von mir kommentiert.











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