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05.08.2006 - City-Nacht 10 km: Ziel Sub40 mit hartem Kampf erreicht!
So ganz mein Wetter war das nicht. Zwar war es mir auch ganz recht, dass es nicht so warm war, aber der Regen für mich als Brillenträger hätte nicht sein müssen.
Das Aufwärmen fiel etwas weniger extensiv aus als letztes Jahr. Camerons altbekannte Nervosität gipfelte darin, dass er beim Warmlaufen drei oder vier Mal Wasser lassen musste und sogar mangels Baum ein CDU-Wahlplakat anpinkelte.
Nachdem wir uns schon eine viertel Stunde vor Start in den Startblock stellten (Cameron, houari, Marathonjez, marinus und ich sowie SteBie und J.R. ein paar Meter vor uns), kühlte ich schon wieder aus und fror. Es fing unmittelbar vor dem Start an, stärker zu regnen und ungemütlich zu werden. Wir hatten schon Sorge, dass SCC running den Lauf wegen schlechtem Wetters möglicherweise abbrechen würde.
Nach dem Startschuss lief überraschenderweise marinus von uns am schnellsten los. Ich hielt mich jedoch zunächst an Marathonjez und dann an Cameron und houari. Die angestrebten Kilometersplits passten von Anfang an. Ab km2 oder 3 war dann nur noch houari mein Pacer, der wirklich gleichmäßig wie ein Uhrwerk lief. Cameron und marinus waren aber immer unmittelbar hinter mir.
Mit meinem Pacer houari bei km 5
Durch den Regen konnte ich nur schlecht sehen, und ich hatte genug zu tun, immer hinter oder neben houari zu bleiben. Diese City-Nacht war die City-Nacht mit den stärksten Tunnelblick meinerseits. Kurz vor km6, als wir wieder auf dem Ku´damm eingebogen waren, wunderte ich mich, dass marinus im ForumTeam-Shirt plötzlich so locker neben mir herlief. Nachdem ich ein paar Schluck Wasser aus dem gereichten Becher trank und den noch halbvollen Becher marinus reichen wollte, bemerkte ich, dass der Läufer im ForumTeam-Shirt gar nicht marinus sondern SteBie war, der offenbar doch nicht mit J.R. durchlaufen wollte, sondern gewartet hatte, um uns erfolgreich zu Sub40 ins Ziel zu pacen.
Fortan war also SteBie mein Pacer. Houari hatte schon vor dem Start angekündigt, dass er bis km6 exakt 4er Tempo laufen wolle und danach etwas aufdrehen wollte, was er auch tat. SteBie zu folgen fiel mir etwas schwerer als zuvor houari, weil ich eben tatsächlich am Limit lief und mich wirklich zusammenreißen musste. Ohne SteBie hätte ich wahrscheinlich ein oder zwei Sekunden raus genommen oder hätte mal marinus oder Cameron die Führungsarbeit leisten lassen, die ich nämlich seit ein paar Kilometern schon nicht mehr neben mir sah, obwohl ich wusste, dass sie unmittelbar hinter mir liefen. Mit großer Anstrengung, inzwischen hatte ich meine regenverschmutzte Brille in die Hand genommen, um besser zu sehen, gelang es mir, SteBie Kilometer um Kilometer zu folgen. Den letzten Kilometer wollte ich eigentlich nur noch das Tempo halten und mich ins Ziel retten, aber SteBie forcierte etwas und meinte locker: „Komm, wir überholen noch ein paar Läufer“. Ich konnte nur noch „Nein!“ rufen. Dennoch war der letzte Kilometer der schnellste.
Zieleinlauf mit meinem Pacer SteBie
Wenn marinus oder Cameron noch Reserven gehabt und attackiert hätten, hätte ich nicht mehr gegenhalten können, aber beide liefen wohl auch am Limit. So liefen wir also im Abstand von Sekunden nacheinander ein. Im Zielbereich war ich beinahe noch erschöpfter als letztes Jahr. Mit 39:39 bin ich allerdings eine coole Zeit gelaufen! Während des Laufes spürte ich leider die Spaghetti noch im Magen, die wir fast vier Stunden zuvor gegessen hatten. Entweder waren es zu viele Nudeln, oder ich muss doch vor solch einem IKS-Lauf noch zeitiger vorher essen.
v.l. SteBie, Marathonjez, J.R., Cameron, houari, Frank P. und marinus
Besonderen Dank an houari und SteBie für die Pacerdienste! Ohne die beiden hätte ich Sub40 vielleicht zwar geschafft, aber mit Sicherheit knapper!
Ein großartiges ForumTeam-Ergebnis in der Spitze! So viele Foris unter 40 Minuten hatten wir, glaube ich, noch nie! Dann noch mit Alunia und floppy zwei Frauen um die 45 Minuten! Herzlichen Glückwunsch an alle!
Das Danach war wieder sehr nett.
Dankeschön auch für die Anfeuerungen vom Streckenrand. Auch wenn ich weder winken noch lächeln konnte, habe ich mich sehr darüber gefreut.
Und noch eine persönliche Anmerkung: Auch wenn das „nur“ mein sechstschnellster 10er meiner Karriere war und ich mich sehr dabei quälen musste, habe ich doch einen besondern Grund, stolz zu sein. Zum ersten Mal habe ich es geschafft, in einem Kalenderjahr zweimal unter 40 Minuten zu bleiben (nach Falkensee-Spandau im März), nachdem ich seit 2002 immer jeweils einmal Sub40 gelaufen bin! Und das im Alter von 40 Jahren, was leider auch bedeutet, dass es nun von Jahr zu Jahr immer schwieriger wird!
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